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Befahren der Ruhr-Bootsgassen

Aktueller Stand der Bootsgassen <Info Wasserstraße Ruhr >
Stand: 3.05.2017

Das Rutschen durch diese Bootsgassen ist sicherlich eine schöne und abenteuerliche Sache. Da aber häufig auf Grund mangelnde Erfahrung und/oder Unkonzentriertheit einzelner Ruderer es zu schweren Unfälle in den Bootsgassen kam, sollten diese Bootsgassen daher nur von sehr erfahrenen Mannschaften befahren werden.
Treideln ist sicherer und geht genau so schnell. Beim Durchrutschen der Bootsgassen sind Rettungswesten zu tragen. (RP Düsseldorf, 3.6.15)
Insbesondere sollte von einem Durchrutschen der Bootsgasse Herbede (69,2) abgesehen werden, da tiefliegende Boote bedingt durch den ungünstigen Auslauf der Bootsgasse viel Wasser übernehmen können; Boote treideln.
Ab etwa 2,40 m Pegelstand wegen starker Querströmung am Streichwehr Herbede entscheiden, ob Boot evtl. im Oberwasser auf der Schleusenseite an der schrägen Rampe direkt an der Einfahrt in den Schleusenkanals herausgenommen wird und nach ca. 250 m im UW am Ende des Wehres an der betonierten schrägen Rampe wieder eingesetzt wird. 

       Ein 2er-Kanu übernimmt viel Wasser; im Hintergrund das Wehr              Bootsgasse Herbede                 Rutsche

Bei der Bootsgasse Kemnade (64,3) ist bei Vierern unbedingt vorher das Steuer abzunehmen, um Schäden am Steuer oder an der Steueraufhängung zu vermeiden.
Vor Befahren der Bootsrutsche in Hattingen sollte durch visuelle Kontrolle vorher geprüft werden, ob insbesondere tiefliegende Boote gefahrlos rutschen können(Wasserübernahme!), ansonsten separate Treidelgasse benutzen; hierbei Kontrolle, ob Hindernisse im Fahrweg. Weitere Info zu dieser Rutsche <hier>.

Eine hervorragende Alternative zum Rutschen ist das stromabwärts Treideln. Eine empfehlenswerte Variante wird nachfolgend beschrieben:

Benutzen von Bootsgassen - stromabwärts treideln
von Dorle Rübel (RV Blankenstein)
rudersport 17/98, S.579

Das Lesen von Wanderfahrtsberichten hat sich bei mir im Laufe vieler Jahre von einem Hobby zu einer Manie entwickelt. Und natürlich höre ich mir auch immer wieder gerne mündliche Berichte an. Da ich außerdem ein großer Fan von Bootsgassen bin, höre und lese ich immer wieder, welche Missgeschicke selbst erfahrenen Wanderruderern widerfahren. Zu den bösen Unfällen, die immer wieder einmal beim Rutschen passieren, will ich hier nur insoweit etwas sagen, als sie meiner Meinung nach immer auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind. 

Ich möchte heute etwas zu den meist recht lustigen Unfällen beim Treideln vom Oberwasser zum Unterwasser sagen. Da ist meistens die Rede von Vor- und Achterleine, evtl. auch mal von einem Skull. Drei Leute sind also mit diesem an sich einfachen Vorgang beschäftigt. Und das tun sie jauchzend und im Schweinsgalopp. Und bei dieser Rennerei passiert es dann, dass der- oder diejenige an der vorderen Leine das Ende der Bootsgasse falsch einschätzt und im Wasser landet. Schlaue Sprüche wie: glaubst du etwa auf dem Wasser laufen zu können oder bist du etwa Jesus sind dann die Regel und alle nicht Betroffenen können sich vor Lachen nicht mehr halten.

Diese Art von Unfällen richten keinen größeren Schaden an. An den Booten passiert nichts und die Ruderer/innen erholen sich im allgemeinen schnell von ihrem Schreck und das Wasser war ja meistens nicht so ganz furchtbar kalt.

Als ich jetzt aber zum x-ten mal von solch einem Unfall hörte, habe ich meine gesamte Ruderer-Literatur gewälzt, um herauszufinden, ob uns der DRV denn vielleicht eine Anleitung für das Treideln bieten kann. Ich bin fündig geworden. Die Broschüre „Ausbildung von Steuerleuten bei Wanderfahrten" bringt auf fast zwei Seiten etwas über Bootsgassen, aber eine Anleitung zum Treideln ist nicht dabei. In der Broschüre „Ausbildung von Bootsführern/  Obleuten bei Wanderfahrten" wird die Abhandlung der ersten Broschüre sehr gestrafft übernommen. 

Brauchbare Informationen zu Bootsgassen habe ich nur im alten „Handbuch für das Wanderrudern" von 1983 gefunden. Dort ist auch das Treideln beschrieben, sogar mit Zeichnungen, aber leider nur das Treideln stromaufwärts. Diese Art zu treideln benutzen nur sehr, sehr wenige Ruderer, denn wer macht schon eine Wanderfahrt stromaufwärts. Und  beim täglichen Ruderbetrieb kenne ich nur einen Verein, der das nutzt; der Ruderverein Blankenstein/Ruhr, der sein nur rund drei km langes Heimatgewässer durch Hochtreideln auf den Kemnader-See um rund fünf km erweitert.

Wie sollte man also stromabwärts treideln?!

Zunächst einmal alle Skulls oder Riemen bis auf einen ins Boot legen. Steuer herausnehmen und ins Boot legen. Dann benötigt man eine ca. 20 m lange Leine. Das eine Ende dieser Leine befestigt man landseitig an der heckwärtigen Strebe des Auslegers von Nr. l. Das andere Ende kommt landseitig an die heckwärtige Strebe des Auslegers von Nr. 4. 

Ein/e nicht zu schwache/r Ruderer/in fasst die Leine so, dass sich ein lang-schenkeliges Dreieck ergibt, d.h. diese Person steht einige Meter hinter dem Boot. Eine zweite Person bringt das Boot mit einem Skull (nicht mit dem Blatt, sondern mit dem Holm) in die richtige Lage zur Bootsgassenmitte und abwärts geht's. Aber bitte in normalem Schritttempo. 

Das Boot ist leicht von einer Person am Leinendreieck zu halten und über Zug an den unterschiedlichen Seiten zu steuern. Selbst auf der Stelle stehen bleiben ist möglich. Versuchen Sie es einmal auf diese Weise. Es wird Ihnen Spaß machen. Für das Boot und die Mannschaft besteht keinerlei Gefahr. 

 

 

 

Treideln 

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